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Goethes Hexeneinmaleins:

Du mußt versteh'n
aus Eins mach Zehn.
Die Zwei lass geh'n.
Die Drei mach gleich,
So bist du reich.
Verlier die Vier!
Aus Fünf und Sechs,
So sagt die Hex,
Mach Sieben und Acht,
So ist's vollbracht:
Und Neun ist Eins,
Und Zehn ist keins.
Das ist das Hexen-Einmaleins!

Könnte es sein, dass dieses Gedicht in Wirklichkeit ein "Wegweiser" zur Erleuchtung ist?
Sehen wir uns den Sefirothbaum an:

http://www.jewfaq.org/graphics/tree.gif

Und nummerieren wir die Sefiroth durch, wie es sich gehört:

1. Kether : Die Krone, "Herrschaft"
2. Chokmah : Intelligenz, Vernunft, das Bewusste
3. Binah : Vernunft, Intuition, das Unbewusste
4. Chesed : Gnade, Ordnung, Gerechtigkeit
5. Gevourah : Stärke, Macht, Recht
6. Tipharet : Schönheit, Schein und Illusion
7. Netzach : Sieg, Festigkeit
8. Hod : Glanz, Ehre
9. Yesod : Der Thron, "Fundament"
10. Malkuth : Das Reich, die "Welt"
0. Daath : "Wahres" Wissen

Nehmen wir an, die Zahlen in dem Gedicht entsprechen den Sefiroth. In diesem Fall bekommen die einzelnen Zeilen tatsächlich die Charakteristik eines "Wegweisers":

Du mußt versteh'n
aus Eins mach Zehn.

Die Herrschaft (Kether) soll also über das Reich (Malkut) ausgeübt werden. Es geht hier natürlich um die Kontrolle der "Realitätstunnel".

Die Zwei lass geh'n.

Die Vernunft, das "Bewusste" muss also überwunden werden.

Die Drei mach gleich,
So bist du reich.

Wenn du also Binah, die Weisheit oder Intuition, "(dir) gleich machst", d.h. das Unterbewusste in das Bewusste verlagerst und es so kontrollierst, dann bist du "reich", bzw. "erleuchtet".

Verlier die Vier!

Kessed (Gnade, Ordnung, Gerechtigkeit) steht für drei Begriffe, die Kant als "inhaltsleer" bezeichnen würde. Sie sind polar, aber nicht eindeutig definierbar (vergleichbar mit "gut" und "böse"), sondern vollkommen vom "Realitätstunnel" abhängig. Man sollte sie also fallen lassen.

Aus Fünf und Sechs,
So sagt die Hex,
Mach Sieben und Acht,
So ist's vollbracht:

Gevourah (Stärke, Macht, Recht) und Tiphareth (Schönheit als Illusion) sind ja nun eher ?destruktive? Sefiroth und müssen also in die "konstruktiveren" Sefiroth Netzach (Festigkeit) und Hod (Glanz und Ehre). Es geht hier also offenbar um den Umgang mit der Welt: Machtstreben und Aggressivität sollen in Standhaftigkeit und Konsequenz umgewandelt werden, die Illusion der Schönheit in den Glanz weiser Herrschaft. Aufgrund von Binah geschieht dies mehr intuitiv als rational.

Und Neun ist Eins,
Und Zehn ist keins.

Yesod, der Thron, ist nun Kether, die Krone: Es gibt keinen Unterschied mehr zwischen Herrscher und Beherrschten, alle Polarität ist aufgelöst. Somit gibt es auch die "materielle" oder polare Welt, Malkuth, nicht mehr als "wirkliche" Gegebenheit. Oder besser gesagt, sie wurde zu Daath, der verborgenen "Nullsefirah", dem wahren Wissen.

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