FANDOM


Antisemitismus bezeichnet im allgemeinen die Ablehnung von Juden und im Speziellen die Ablehnung der Juden als Rasse. Es wird behauptet die Juden seien eine spezielle Rasse ("Semiten") die von der arischen Rasse getrennt werden müsse. Der Rassenbegriff ist hingegen überholt und wird beim Menschen nicht mehr verwendet. Das Judentum ist eine Religion die allen Menschen offen steht und von Menschen unterschiedlichster Ethnien betrieben wird.

Manchmal wird vom Antisemitismus der Antijudaismus unterschieden, welcher das Judentum als Religion ablehnt und eine Konversion der Juden, meist zum Christentum oder dem Islam, fordert. Zwar besteht beim Antijudaismus für die Juden die theoretische Möglichkeit sich der Verfolgung durch Konversion zu entziehen, allerdings zeigt die Geschichte, wie etwa das Beispiel der spanischen Conversos, dass sie trotz dessen mit Misstrauen betrachtet und verfolgt wurden.

BegriffsherkunftBearbeiten

SemitenBearbeiten

Der Begriff Semiten wurde 1781 von Ludwig Schlötzer geprägt und bezeichnete Angehörige der semitischen Sprachfamilie (z.B. Hebräisch, Arabisch). Der Begriff war von Sem abgeleitet, einem Sohn Noahs von dem laut Bibel mehrere Völker im Nahen Osten abstammten.

AntisemitismusBearbeiten

Der Begriff Antisemitismus wurde von Wilhelm Marr geprägt. Er betrachtete die Semiten als Rasse die im Gegensatz die germanische Rasse ständen. (Anti- griechisch: gegen)

Wilhelm MarrBearbeiten

Wilhelm Marr veröffentlichte 1879 die Schrift "Der Sieg des Judentums über das Germanentum" und gründete die "Antisemitenliga". Marr begründete seinen Antisemitismus rassisch.

Wilhelm Marr tendierte politisch zwischen radikaldemokratischen, anarchistischen und antiliberalen Ströhmungen.

Er wurde 1843 wegen kommunistischer Umtriebe aus Zürich ausgewiesen. Anschließend lebte er in Lausanne und trat in näheren Kontakt mit Hermann Döleke und Julius Standau, die beide den Lüman-Bund, einen Geheimbund, ins Leben gerufen hatten, den er bald zu seinem persönlichen Machtinstrument umfunktionierte.

Marr wandelte sich zum Anarchisten sowie Atheisten, gründete den geheimen Schweizerischen Arbeiterbund und gab die junghegelianisch-atheistischen Blätter der Gegenwart (1844/45) heraus. 1845 wurde er auch aus Lausanne ausgewiesen.

Marr war nacheinander mit Georgine Johanna Bertha Callenbach, Helene Sophia Emma Maria Behrend und Jenny Therese Kornick verheiratet. Alle seine Frauen hatten jüdische Vorfahren oder waren selbst jüdisch. Quelle

In Berlin erschien im Februar 1879 Marrs Propagandaschrift "Der Sieg des Germanenthums über das Judenthum - Vom nichtconfessionellen Standpunkt aus betrachtet, die noch im selben Jahr 12 Auflagen erlebte. Damit stieg er vorübergehend zum Wortführer des politischen Antisemitismus auf. Im selben Jahr gründete er auch die nur kurz existierende Antisemitenliga und gab bis 1880 ihr offizielles Organ Die neue deutsche Wacht heraus. Marr grenzte sich in seinen Schriften von der traditionellen religiösen Judenfeindschaft ab und behauptete, dass die Juden eine fremde, parasitäre Rasse seien, die erfolgreich die Ausbeutung Deutschlands betreibe. Diesen Paradigmenwechsel von Religion zu Rasse verdeutlichte er durch die Einführung des Begriffs "Antisemitismus" in den zeitgenössischen politisch-gesellschaftlichen Diskurs.

Agitatorisch erreichte Marr große Resonanz, parteipolitisch hatte er einen Misserfolg nach dem anderen einzustecken. 1890 zog er sich, gesundheitlich angeschlagen und politisch verbittert, ins Privatleben zurück und geriet zuletzt noch in Streit mit seinem Schüler Theodor Fritsch, den er des "Geschäftsantisemitismus" bezichtigte.

Politisch war Marr mit seiner Liga ab 1880 isoliert, da andere Antisemiten neue Parteien gründeten und eine allzu offene rassistische Propaganda ablehnten. Als Linksliberaler und Atheist blieb er innerhalb der antisemitischen Szene ein Außenseiter. Umgekehrt war er bei der politischen Linken wegen seines Antisemitismus diskreditiert. (vgl. "Wurzellose Kosmopoliten")

Jedoch prägte Marr wesentliche Klischees und Schlagworte, die weit über seinen persönlichen Erfolg hinaus weiterwirkten und die Diskussion um die "Judenfrage" bestimmten. So legte er 1880 mit seiner Schrift Goldene Ratten und rothe Mäuse die Basis für die verschwörungstheoretische Gleichsetzung von Judentum, Kapitalismus und Kommunismus, wie sie später Adolf Hitler in Mein Kampf vertrat:

Von zwei Seiten wird also die Zerstörung der Gesellschaft betrieben; von Seiten der goldenen und rothen Internationale. Dort vom Standpunkt des krassesten Individualismus aus, hier vom mehr oder weniger bewussten kommunistischen Standpunkt. Das Judenthum hat die Führerschaft der goldenen Internationale übernommen...Die 'liberale' Gesetzgebung hat uns dem Kapitalismus gegenüber nahezu wehrlos gemacht...Ein Volk von geborenen Kaufleuten unter uns, die Juden, hat eine Aristokratie, die des Geldes, geschaffen, welche alles zermalmt von Oben her, aber zugleich auch eine kaufmännische Pöbelherrschaft, welche durch Schacher und Wucher von Unten herauf die Gesellschaft zerfrisst und zersetzt.

NationalsozialismusBearbeiten

Während des Nationalsozialismus verschwand der Antisemitismus-Begriff zwecks Rücksichtnahme gegenüber arabischen Verbündeten Deutschlands, welche zuvor von den "Semiten" ausgenommen wurden, und wurde im Rückgriff auf den viel älteren, dem Christentum entlehnten "Antijudaismus" ausgetauscht.

VerschwörungstheorienBearbeiten

AntisemitismuskeuleBearbeiten

Israelkritiker, Verschwörungstheoretiker und Antizionisten kritisieren oft, dass der Begriff "Antisemitismus" heute als Totschlagargument gegen jede Form von unerwünschter Kritik, insbesondere im Zusammenhang zur Israel-Kritik, benutzt wird

Tatsächlich wird jede Kritik am Staate Israel vor allem in Deutschland als Judenfeindlichkeit/Antisemitismus ausgelegt. Ohne darauf Rücksicht zu nehmen, das diese Kritiker zu einem Teil selbst Juden sind. Die orthodoxen Juden in Jerusalem werden von der zionistischen Lobby als "jüdische Taliban" verhöhnt, weil sie sich strikt gegen die Apartheit von Juden und Palästinensern stellen. Auch die Siedlungspolitik des modernen Israels lehnen sie ab, wodurch es zu Hetzkampagnen in den internationalen Medien gekommen ist. Quelle Arte/youtube[1]

Antisemitismus für den ZionismusBearbeiten

Einige Revisionisten behaupten das der Antisemitismus eine Erfindung der Zionisten gewesen sei um die Gründung eines Staates Israel zu befördern. Man hätte die Juden durch städige Verfolgung dazu bringen wollen ihre bisherige Heimat zu verlassen und in den Nahen Osten zu gehen. Der Holocaust sei ein Nebenprodukt dieser Bestrebungen gewesen sein. siehe auch: Jüdische Weltverschwörungstheorie

unscharfer BegriffBearbeiten

AraberBearbeiten

Schon die Faschistin Nesta Webster versuchte die Verwendung des Begriffs Antisemitismus durch Kritiker des Judenhasses zu diskreditieren, indem sie darauf hinwies das zu den Semiten ebenso die Araber zählen würden, die aber nicht Gegenstand der Kritik von sogenannten Antisemiten seien, dass der Begriff aber zuerst durch Judenhasser verwendet wurde erwähnt sie nicht.

ChasarenBearbeiten

Einige Revisionisten verweisen darauf das die meisten Juden nicht zur Rasse der Semiten gehören würden sondern statt dessen Angehörige des Turkvolkes der Chasaren wären. Deshalb sei der Begriff Antisemitmus unzutreffend.

Dabei greifen sie auf die Thesen des Historikers Hugo von Kutschera und des jüdischen Schriftstellers Arthur Koestler zurück. Dies ist ein klassisches Beispiel eine revisionistische Ablenktaktig, da schon im vorhinein die Existenz einer typisch jüdischen Rasse postuliert wird.

WeblinksBearbeiten

Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA , sofern nicht anders angegeben.