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Als Droge gilt jede Substanz, die beim Einatmen, Einspritzen, Rauchen, Verzehr, Absorption über ein Pflaster auf der Haut oder Auflösung unter der Zunge eine physiologische (und oft psychologische) Veränderung im Körper verursacht.

Im allgemeinen Sprachgebrauch versteht man unter Drogen allerdings nur illegale Rauschmittel. Drogen sind fester Bestandteil der menschlichen Geschichte. Umstritten ist allerdings, ob und wie ein Umgang damit vom Staat damit reguliert werden sollte. Es existieren Verschwörungstheorien, die behaupten, dass Regierungen gezielt bestimmte Arten von psychoaktiven Substanzen verbieten, um die Bevölkerung besser kontrollieren zu können.

Was ist eine Droge? Bearbeiten

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung teilt Drogen ein in Alkohol, Nikotin und illegale Drogen. Der Volksmund jedoch meint vor allem die unerlaubten Substanzen. Die sowohl in Deutschland als auch weltweit häufigste ist Cannabis mit dem Wirkstoff THC.

Zugleich ist umstritten, wie illegal sie tatsächlich sein sollte: "Legalize it", zunächst ein Album des Reggae-Musikers Peter Tosh, ist bis heute ist der Satz, mit dem Befürworter der Droge ihre gesetzliche Freigabe fordern. In Deutschland lässt sich die Justiz mittlerweile auf einen Kompromiss ein.
Wer nur gelegentlich Marihuana (die Blüten) oder Haschisch (den extrahierten Harz) konsumiert, landet hier nicht automatisch vor Gericht: Bei geringen Mengen zum Eigengebrauch wird das Strafverfahren oft eingestellt.
Bei den härteren Drogen kann zwischen Ecstasy, Speed, Kokain, Opiaten und schließlich den Halluzinogenen unterschieden werden. Unter letztere fallen vor allem LSD, Meskalin und psychoaktive Pilze. Opium ist der getrocknete Milchsaft des Schlafmohns, seine natürlichen Bestandteile sind die Opiate.
Daneben muss man zudem die chemisch ähnlichen, jedoch synthetischen Opioide aufzählen, darunter vor allem Heroin. Doch sogar das körpereigene Endorphin ist ein Opioid – es löst beispielsweise bei Ausdauersportlern während des "Runner's High" euphorische Gefühle aus.

Natürliche Stoffe… Bearbeiten

Morphium heißt die chemische Wirksubstanz des Opiums. Und spätestens hiermit wird die Nähe zur Medizin klar. Was dem einen die Droge, ist dem anderen das Medikament. Schon das englische Wort "drugs", das beides bezeichnen kann, zeigt die Verwandtschaft an.
Bereits die alten Ägypter sollen Opium als Arznei benutzt haben. Als der Arzt und Philosoph Paracelsus zu Beginn des 16. Jahrhunderts den Stoff neu erfand, nannte er seine Morphin-Lösung Laudanum und pries sie als ein Allheilmittel an. Bis heute wird Morphium in der Medizin als starkes Schmerzmittel verwendet.[1]
Einst ein beliebtes Medikament: Laudanum
Auch Kokain ist natürlichen Ursprungs. Es wurde ursprünglich aus den Blättern des südamerikanischen Cocastrauches gewonnen, mittlerweile wird es jedoch hauptsächlich synthetisch erzeugt. Als Droge wird das weiße Pulver als charakteristische Line auf den Tisch gebracht und durch ein Röhrchen in die Nase gezogen.
Der Stoff ist ein Aufputschmittel – wie Koffein, wenn auch deutlich stärker: Stimmung und Puls steigen, der Körper wird auf höhere Leistungsfähigkeit eingestellt. Mit der Zeit wirkt genau dies jedoch kräftezehrend.
Schlimmer noch sind die akuten Risiken eines Herzinfarkts, eines Atem-/Kreislaufversagens oder auch eines sogenannten Kokainschocks, ein Kreislaufkollaps, der tödlich verlaufen kann. Zudem birgt Kokain ein hohes Potenzial, psychisch abhängig zu werden.
LSD wiederum zählt zu den halbsynthetischen Stoffen. Ein natürlicher, stark halluzinogen wirkender Stoff wurde aus dem Mutterkorn gewonnen, einem Pilz, der als schwarze Verlängerung aus Getreideähren herauswächst. Lysergsäurediethylamid, kurz LSD, ist eine chemisch hergestellte Variante dieses Wirkstoffmoleküls.

… und synthetische Drogen Bearbeiten

Gänzlich künstlich sind dagegen die Ecstasy-Tabletten. Sie enthalten vor allem den Wirkstoff MDMA. Dieser zählt wie auch Speed zu den Amphetaminen. Amphetamin wurde bereits im Jahr 1887 erstmals synthetisiert.
Ecstasy und Speed halten wach
In den 1930er Jahren kam es als Medikament gegen Asthma auf den Markt und wurde – wie schon Paracelsus' Laudanum – bald zum Allheilmittel hochgelobt. Studenten benutzten es zum Wachbleiben, ebenso die Soldaten des Zweiten Weltkriegs. Erst als sich das hohe Suchtpotenzial der Amphetamine herauskristallisierte, wurde die Droge als solche deklariert.
Heute finden sich Amphetamine weiterhin in Asthma-Medikamenten, auch das gegen ADHS eingesetzte Ritalin enthält eine chemische Abwandlung des Stoffs. Die Wirkung der Amphetamine als Droge beruht auf der Freisetzung der körpereigenen Hirnbotenstoffe Dopamin und Noradrenalin:
Man fühlt sich entspannt und aufmerksam zugleich, ein Gefühl von Stärke stellt sich ein, wohingegen Hunger und Müdigkeit unterdrückt werden. Auf der anderen Seite birgt genau dieser Effekt auch die Gefahr, wichtige Körpersignale wie Schlafbedürfnis und Durst nicht zu bemerken.
Zudem kann Ecstasy zu Schwindelgefühlen, Übelkeit, Schweißausbrüchen und einer Verkrampfung der Kiefermuskulatur führen. Bei Speed sind die möglichen Nebenwirkungen noch stärker und reichen von Muskelkrämpfen bis zum Schlaganfall oder Herzinfarkt.

Wie gefährdet ist die Jugend? Bearbeiten

In einer fortlaufenden Studie zur Drogenaffinität Jugendlicher in Deutschland der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung werden Personen zwischen zwölf und 17 Jahren in regelmäßigen Abständen zu ihrem Drogenkonsum befragt.

Die Ergebnisse aus dem Jahr 2015 ergaben, dass knapp elf Prozent mindestens einmal die Woche Alkohol trinken. In derselben Altersklasse rauchen hingegen nur 9,6 Prozent. Der Anteil rauchender Jugendlicher ist seit einigen Jahren rückläufig, der Anteil der nichtrauchenden Jugendlichen mit rund 79 Prozent so hoch wie noch nie.

Cannabis als illegale Droge ist unter den Jugendlichen am weitesten verbreitet. Knapp zehn Prozent gab an, schon einmal Cannabis konsumiert zu haben.

Verschwörungstheorien zu Drogen Bearbeiten

Auch zur politischen Handhabung von Drogen existieren Verschwörungstheorien. Die Überlegungen dazu decken ein ganzes Spektrum von möglichen Gründen wie Unwissenheit bis hin zu gezieltem Handeln als Unterdrückungsinstrument ab. Ein unbestreitbarer Fakt besteht darin, dass Pharmakonzerne naturgemäß wenig Interesse an natürlicher Konkurrenz haben[2]. Natürliche Drogen wie Cannabis etwa können nicht patentiert werden, sodass sie sich kaum zur Gewinnmaximierung eignen wie ein patentierbares Medikament.

Der Drogenforscher McKenna sagt über das Verbot von Psychedelika etwa[3]:

Wenn wir verstehen wollen, warum Psychedelika verboten sind, müssen wir laut McKenna verstehen, weshalb die Welt heutzutage nach dem „dominierenden" statt dem „partnerschaftlichen" Modell funktioniert und was diese Begriffe genau umfassen. Dafür befassen wir uns mit Eislers Werk, das—wie viele von McKennas Arbeiten auch—Aspekte von Geschichte und Natur beschreibt, die bisher übersehen und absichtlich verdrängt wurden. In ihrem Buch Kelch und Schwert: von der Herrschaft zur Partnerschaft. Weibliches und männliches Prinzip in der Geschichte führt Eisler an, dass die Menschheit während der vergangenen 32.000 Jahre, in den allermeisten Fällen, in partnerschaftlichen Gesellschaften, innerhalb eines globalen partnerschaftlichen Kulturmodells lebte—eine Lebensweise, die heute fast unvorstellbar ist.
Manche Verschwörungstheoretiker gehen noch einen Schritt weiter und behaupten, dass die herrschende Elite gezielt vor allem bewusstseinserweiternde Drogen wie DMT, Zauberpilze und co verbieten, um die Menschheit an spirituellem Wachstum zu hindern und besser kontrollieren zu können. Stattdessen würde man gezielt "verdummende" Drogen wie Alkohol legal käuflich halten, ganz getreu dem Motto "Brot und Spiele".

Der ehemalige Regierungsmitarbeiter John Ehrlichmann sagte, dass die US-Regierung unter Präsident Nixon gezielt die Drogen-Verbotspolitik verschärften und nutzten, um politische Gegner auszuschalten[4]:

"Die Nixon-Kampagne im Jahr 1968 und das Weiße Haus von Nixon danach hatten zwei Feinde: den linken Antikriegshintergrund und schwarze Menschen. Verstehst du, was ich sage? Wir wussten, dass wir es nicht illegal machen konnten, weder gegen den Krieg noch gegen Schwarz zu sein, aber indem wir die Öffentlichkeit dazu brachten, die Hippies mit Marihuana und Schwarzen mit Heroin zu assoziieren, und dann beide stark kriminalisierten, konnten wir diese Gemeinschaften stören. Wir könnten ihre Führer verhaften, ihre Häuser überfallen, ihre Treffen abbrechen und sie Nacht für Nacht in den Abendnachrichten verunglimpfen. Wussten wir, dass wir wegen der Drogen lügen? Natürlich haben wir das."
Und in der Tat steckt keine erkennbare Logik darin, objektiv weniger schädliche Rauschmittel wie Cannabis zu illegalisieren, hochtoxische Drogen wie Alkohol hingegen legal zum Kauf schon für Jugendliche ab 16 Jahren (Bier, Wein) anzubieten. Die Frage lautet, ob dahinter Absicht steckt oder vielmehr sozialisierte Vorurteile und Unwissenheit in diese Unlogik führte. In der Gegenwart jedenfalls drehen immer mehr Staaten auch des westlichen Kulturkreises wie die USA oder Cannabis diese Entwicklung zurück und heben beispielsweise das Cannabisverbot zusehends auf.

Drogenfilm "Fear and Loathing in Las Vegas" Bearbeiten

Drogen halten auch Einzug in die Unterhaltungsmedien wie Film oder Belletristik. Ein besonders anschauliches Beispiel dafür ist der zum Kult gewordene Drogenfilm "Fear and Loathing in Las Vegas".

Darin nehmen die beiden Protagonisten Dr. Gonzo und Raoul Duke nacheinander – oder auch kombiniert – so ziemlich jedes bewusstseinsverändernde Mittel ein und der Zuschauer darf die Wirkung miterleben. Selten hat ein Film solch ein Feuerwerk psychedelischer Faszinationen und Albträume aneinandergereiht.

Nach dem Konsum eines Halluzinogens sieht die Hauptfigur grüne Ranken auf dem roten Teppichboden der Hotellobby: Plötzlich wachsen sie, wuchern wild die Wand und die Beine eines Gastes hinauf. Johnny Depp alias Raoul Duke reißt sich zusammen.

Doch als sich auch noch der Kopf der Rezeptionistin in eine angreifende Muräne verwandelt, kauert er sich japsend vor dem Empfangstresen nieder. Da hilft auch das Wissen nicht, dass das eingenommene LSD seine Halluzinationen auslöst.

Der Betrachter fühlt sich verführt, selbst einmal solch eine Wirkung zu erleben, und doch gleichzeitig abgestoßen und gemahnt, einen großen Bogen um jede Droge zu machen.

Doch wo anfangen mit dem Nehmen oder Lassen – wenn Alkohol in Deutschland per Gesetz erlaubt und Cannabis verboten ist, während das Magazin "Der Spiegel" in einer Ausgabe vom September 2012 selbst Zucker zur Droge erklärt?

Quellenverweise Bearbeiten

  1. https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/rauschmittel/drogen/index.html
  2. https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/drogen-und-aufputschmittel-die-gedopte-elite-a-560804-2.html
  3. https://www.vice.com/de/article/kwyzam/warum-sind-psychedelika-illegal-tao-lin-lsd-cannabis-dmt-004
  4. https://www.zauberpilzblog.net/blog/2019/01/03/geschichte-krieg-gegen-drogen-war-on-drugs/
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