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Die Pyramiden von Gizeh in Ägypten gehören zu den bekanntesten und ältesten erhaltenen Bauwerken der Menschheit. Sie befinden sich am westlichen Rand des Niltals, etwa acht Kilometer südwestlich der Stadt Gizeh (Gîza). Sie sind rund 15 km vom Kairoer Stadtzentrum entfernt und liegen direkt an der Pyramidenstraße (Scharia el-Ahram).

Zu den Pyramiden von Gizeh rechnet man meist die Cheops-Pyramide (Große Pyramide), Chephren-Pyramide (Mittlere Pyramide) und die Mykerinos-Pyramide (Kleine Pyramide). Im Umfeld dieser drei Pyramiden existieren noch wesentlich kleinere Königinnen-Pyramiden und Kult-Pyramiden. Die Pyramiden sind Bestandteil der Nekropole von Gizeh in der sich auch zahlreiche andere Grabbauten befinden, so etwa auch die Große Sphinx von Gizeh.

Aufgrund ihrer herausragenden Bedeutung ranken sich verschiedenste Theorien um die Pyramiden, welche den üblichen Ansichten der Ägyptologen widersprechen und hinter den Pyramidenbau eine verlorene hochtechnologische Zivilisation oder gar das direkte oder indirekte Wirken von Außerirdischen sehen. Nicht selten wittern Anhänger einer solcher Theorien eine Verschwörung des Schweigens unter den Ägyptologen.

TheorienBearbeiten

Die Pyramiden wurden nicht von den Alten Ägyptern gebautBearbeiten

Häufig wiederzufinden sind Zweifel, dass die Pyramiden von den alten Ägyptern erbaut wurden. Die Gründe dafür mögen mannigfaltig sein, davon einige aufgelistet:

Keine Pyramiden-TexteBearbeiten

Während Tempel, Gräber und andere Pyramiden mit ausführlichen Hieroglyphen-Texten geschmückt sind, lässt sich in den Pyramiden von Gizeh kein solcher finden. Folglich gibt es auch keinen Beleg der Beweise, dass die Pyramiden von Ägyptern erbaut wurden.

Mangelnde technische und logistische MöglichkeitenBearbeiten

Die Ägypter verfügten nur über sehr wenige technische Mittel, wie etwa Seile, Schlitten, Rampen, Meißel, eventuell auch Flaschenzüge, weshalb es als unwahrscheinlich erscheint, dass sie damit ein Werk vollbringen konnten, welche bis in die Neuzeit unübertroffen blieb. Das Rad war den Ägyptern auch noch nicht bekannt, sehr wohl jedoch Rollen.

Das Gizeh-Plateau besteht vor allem aus Granit, welcher wahrscheinlich aus Assuan stammt. Assuan liegt etwa 934 km (ca. 700km Luftlinie) von Gizeh entfernt nilaufwärts. Die Granitsteinbrüche liegen südlich und südöstlich der Stadt Assuan auf der rechten Nilseite und umfassen eine Fläche von etwa 20 km². Der Granit für die Pyramiden stammt wahrscheinlich aus dem Gebiet ganz im Norden.

Die gesamte Masse des Gizeh-Plateaus (also der Pyramidenkomplex mit Fundament, die Sphinx, betonierte / gepflasterte Areale, unterirdisches Labyrinth) kann man nur schätzen. Sie sind jedoch derartig gewaltig, dass man mit dem Material wohl die Innenstadt von Manhattan erbauen könnte. Allein die Cheops-Pyramide wird auf etwa 2,5 Millionen Kubikmeter Granit geschätzt. Ein Block wiegt im Schnitt 2,5 Tonnen, jedoch gibt es auch solche, die 40 Tonnen und mehr wiegen. Es stellt sich die Frage, wie derartig viel Material mit solch primitiven Mitteln alleine bewegt werden sollte - geschweige denn verarbeitet. Hinzu kommt die Präzision beim Bau und die enorme Widerstandsfähigkeit gegenüber Mensch und Umwelt. Die Koordination dieses Projekts, sowie die realistische Umsetzung, bedürfen einer zumindest "international vernetzten", wenn nicht globalisierten, Gesellschaft. Wenn man bedenkt, dass all diese Menschen auch wohnen, essen und arbeiten mussten, wofür sie Wohnraum, Nahrung und Werkzeuge (wie Seile, Körbe, Decken, Hammer, Holzbalken für Gerüste...) benötigten, wirkt es unglaubwürdig, dass dies von nur einem einzigen antiken Volk zu bewältigen ist. Wir reden von Zehntausenden, wenn nicht Hunderttausenden Arbeitern. Dementsprechend viel Arbeitsmaterial wurde benötigt. Der Verschleiß dürfte enorm gewesen sein.

Es wurde mehrfach in der Geschichte versucht, die Pyramiden abzubauen, zu beschädigen, oder gar zu Zerstören. Diese Vorhaben wurden jedoch stets nach wenig erfolgversprechenden Versuchen abgebrochen.

Es stellt sich berechtigt die Frage, wie eine früh-antike Zivilisation solch ein Projekt realisiert haben will. Zur gleichen Zeit als der Bau der Pyramiden in Ägypten laut Leitwissenschaft begonnen haben soll, befanden siche weite Teile Europas noch in der Jungsteinzeit.

Gegenargument: Arbeiter-GraffitiBearbeiten

In Zwischendecken oberhalb der Königs-Kammer der Cheopspyramide lassen sich Graffiti finden, die offenbar von Arbeitern der Pyramiden hinterlassen wurden. Da diese Kammern praktisch unzugänglich sind, kann eine spätere Manipulation ausgeschlossen werden.

Orion-TheorieBearbeiten

Die Orion-Theorie geht davon aus dass die drei Pyramiden von Gizeh nach den Sternen des Oriongürtels gestaltet wurden.

ZahlenmystikBearbeiten

Es gibt zahlreiche Theorien, welche die Maße der Pyramiden, insbesondere der Cheops-Pyramide, mit besonderen Naturkonstanten in Verbindung bringen. Kritiker vergleichen solche Berechnungen oft mit der Radosophie, bei der man durch die Vermessung eines holländischen Damenfahrrads und beliebigen Verrechnungen der Messwerte miteinander ebenfalls zahlreiche Naturkonstanten feststellen konnte.

Maße der Pyramiden:
                  | Cheops-P. | Chephren-P. |  Mykerinos-P. 
Höhe ursprünglich | 146,59 m  |   143,5 m   |   65,55 m
Höhe heute        | 138,75 m  |   136,4 m   |   62    m
Basiskanten       | 230,33 m  |   215   m   |102,2 m × 104,6 m
Neigung           | 51°50′    |   53°10′    |  51° 20' 25"

Bei diesen Maßen ist zu bedenken, das die ursprüngliche Werte abweichen können, da sie nur auf Betrachtung der heutigen Überreste beruhen.

πBearbeiten

Die Zahl Pi soll sich ergeben wenn man die doppelte Basiskantenlänge durch die ursprüngliche Höhe teilt (zu beachten ist, dass sich die Einheiten im Ergebnis raus kürzen) Damit ergibt sich für die Pyramiden:

Cheops:    3.14250
Chephren:  2.99651
Mykerinos: 3.15484 (Mittelwert der Kantenlängen)
π        : 3,14159

siehe auchBearbeiten

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