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RFID - Radio Frequency Identification (engl. für Identifizierung per Funk) ist die Bezeichnung für Funkchips, die eine geringe Menge an Daten speichern und kontaktlos transportieren können. Sie können in Zukunft den EAN-Barcode [1] ersetzen, und enthalten Daten über Hersteller, Produktbezeichnung, sehr wahrscheinlich eine eindeutig zu identifizierende Artikelnummer - und beliebig mehr.

Auch zur Identifikation von ISO-Containern können RFID-Chips genutzt werden.

EinsatzmöglichkeitenBearbeiten

HandelBearbeiten

Im Future-Store der Metro AG kommen diese Geräte schon zum Einsatz. Auf deren Website wird folgendes propagiert:

Die RFID-Technologie ermöglicht eine berührungslose Übertragung von Produktinformationen wie Preis, Hersteller, Mindesthaltbarkeitsdatum und Gewicht eines Produkts per Funk. "Der Einsatz innovativer Technologien wird in Zukunft einer der entscheidenden Wettbewerbsfaktoren unserer Branche sein. Mit der Future Store Initiative will die METRO Group die Modernisierung im Handel vorantreiben"

Die Technologie soll darüber hinaus "komfortableres Einkaufen durch mehr Service ermöglichen und die Prozesse im Handel verbessern" - RFID für Logistik einzusetzen ist sicherlich eine wunderbare, unproblematische Sache.

Und die Daten?Bearbeiten

Kundenkarten+RFID - Wo denken Sie hin?Bearbeiten

Aber wenn die Dinger in allen Artikeln drin sind, und darüber hinaus am besten noch mit einer Kunden-(Daten)-Sammel-Karte verbunden, kann man Kunden im Laden wunderbar zurückverfolgen und der gläserne Kunde ist perfekt. Dabei handelt es sich (leider) um nichtmal um eine richtige Verschwörungstheorie: Die Metro wies die Annahme zurück, dass man an eine Verbindung von RFID und Kunden-Karten auch denke. Die ersten Kundenkarten des Future-Store, so stellte es der Foebud fest, enthielten dann dummerweise doch einen Funkchip.

Mangelnde AufklärungBearbeiten

Die Technik ist mitten in der Entwicklung, die Metro AG propagiert das auch Öffentlich. Informationsmaterial "klärt den Kunden auf" - (angeblich). Es lässt sich allerdings immer wieder feststellen, dass die Kunden gar nicht bescheid wissen, was RFID ist und was es für eine Bedeutung hat. Auch führt die "transparente Informationspolitik" dazu, dass niemandem von dem Chip in der Kundenkarte erzählt wurde. Hinweisschildchen auf RFIDs wurden erst platziert, nachdem der Foebud nachgefragt hatte.

Dieses Verhalten der Metro AG, lässt vermuten, dass kein wirkliches Interesse an Aufklärung der Kunden besteht.

Deaktivierung?Bearbeiten

Auserdem könne man mit einem "De-Activator" die Chips Überschreiben, bloss kann der normale Kunde nicht mit Sicherheit feststellen, ob das Überschreiben Erfolg hatte. Hinzu kommt, dass das Deaktivieren Zeit extra kostet. Als Datenschützer zu Besuch im Future-Store wurde die Chips Überschrieben, doch nicht vollständig:

Und siehe da, die eindeutige Artikelnummer bleibt dabei noch gar enthalten:

"Das geht technisch auch gar nicht" erklärt ihr ein Metro-Vertreter, "diese Nummer können wir nicht Überschreiben, sie ist vom Hersteller vergeben. Aber diese Nummer ist auch mit keiner unserer Datenbanken vernetzt." Ein FoeBuD Mitglied fragt, wann denn diese Nummer vernetzt werde - die Metro-Vertreter geben keine Antwort.

Die Kunden im Laden lassen sich damit noch besser Überwachen, Navigationssysteme im Einkaufswagen können einen an Regalen mit "Quengelware" vorbeilotsen.

RFID-Chips können dauerhaft zerstört werden, indem man sie starker Mikrowellenstrahlung, zum Beispiel in einem Mikrowellenherd, aussetzt.

RFID-ImplantatBearbeiten

Eine äusserst kritische Frage ist der Einsatz von RFID-Implantaten, da so die auf dem Chip gespeicherten Informationen Zwangsweise immer mitgetragen werden.

Schon heute ist der VeriChip, ein 11 mm langen und 2mm breiter passiver RFID-Chip, auf dem Markt, der bei Menschen und Tieren implantiert werden kann.

Medizinische DatenBearbeiten

Ein häufig von Vertreibern von implantierbaren RFID-Chips vorgeschlagenes Argument ist der Einsatz zur Speicherung im Notfall wichtiger Medizinischer Daten (Blutgruppe, Allergien, Erkrankungen, notwendige Medikamente etc.).

Über einen RFID-Chip könne man bei Einlieferung in ein Krankenhaus, auch bei Bewusstlosigkeit des Patienten, diese Daten auslesen und Komplikationen durch eine falsche Behandlung vermeiden.

Kritiker wenden ein, dass solch sensible Daten allerdings sehr leicht auch von unbefugten Dritten ausgelesen werden könnten. Eine mögliche Manipulation dieser Daten hätte zudem fatale Folgen.

IdentifikationBearbeiten

Chips können auch zur eindeutigen Identifikation einer Person genutz werden. So wären bestimmte Sicherheitsschranken leicht zu passieren.

Kritiker wenden hier ein dass diese eindeutige Identifikation allerdings eine enorme überwachungsmöglichkeit mit sich bringen würde. Zwar reicht die Reichweite so kleiner Chips oft nur einige Meter, aber an wichtigen Schlüsselpositionen (U-Bahnstation, Plätze) aufgestellte Lesegeräte könnten den Bewegungsablauf einer Person verfolgen. Im Gegensatz zu einem Handy, das auch eine positionsermittlung ermöglicht, gäbe es bei einem implantierten Chip aber nicht die Möglichkeit sich durch einfaches Ablegen des Geräts oder Entfernen der Batterie der Überwachungsmöglichkeit zu entledigen.

Der Mensch: Bald nur noch ein Datenbankeintrag?Bearbeiten

Mit dieser Technik (die generell ja noch nichts verwerfliches ist), kann ein weiterer grosser Schritt zum Überwachungsstaat vollbracht werden. Es gibt ernsthafte Diskussionen darüber, RFID in Personalausweisen und Reisepässen zu integrieren [2]. Am besten verbindet man das gleich mit der Speicherung biometrischer Merkmale - auch wenn dessen Sinnhaftigkeit nicht bewiesen ist.

  • Zitat padeluun: Es sollen nun sogar Nägel mit RFID ausgestattet werden. NÄGEL! Die kloppt man bei sich den Schrank und dann verfolgen sie einen beim Umzug!

triple.u: Toller Witz! Diese Nägel dienen der Identifikation von Europaletten! Einer kostet derzeit ca. 3,60€!! ((http://www.tagstore.de/pdf2/tagstore3.php?sessID=&tagID=124)

Umgehung und ManipulationBearbeiten

Kleinere RFID-Chips können prinzipell ganz einfach mit Alluminiumfolie abgeschirmt werden, wodurch verhindert werden kann, das sie gelesen werden können. (Bei möglichen zukünftigen Ausweisen ist es allerding bedenklich ob es, wie beim bestehenden Vermummungsverbot, nicht auch ein Abschirmverbot geben wird)

Auch eine Zerstörung in der Microwelle und durch EMPs allgemein ist denkbar. Insofern wird eine Bedrohung durch E-Bomben in Zukunft höher einzuschätzen sein.


WeblinksBearbeiten

Siehe auch: Wirtschaftsverschwörung

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