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Unter den Rosenkreuzern fasst man heute mehrere Geheimgesellschaften zusammen, die sich auf eine alte Tradition gleichen Namens berufen. Diese geht zurück auf einen Mythos, der Anfang des 17. Jahrhunderts in Deutschland entstand. Er hat die Existenz einer Geheimgesellschaft zum Inhalt, die Ende des 15. Jahrhunderts von einem gewissen Christian Rosencreutz gegründet worden sein soll. Absicht der Rosenkreuzer, die im Besitz eines ungeheuren Schatzes und geheimen Wissens seien, sei es, die menschliche Wohlfahrt durch den Aufbau eines von ihnen gelenkten Regimes in Europa zu sichern, bevor die Welt schließlich ihr Ende fände.

Eine der Hauptentstehungsgründe für den Rosenkreuzer-Mythos waren drei Schriften die zu der Zeit verbreitet wurden

Heute berufen sich viele Logen und Geheimbünde auf das Rosenkreuzertum, wie schon damals viele Betrüger den Namen benutzten.

Möglicherweise steht der Name im Zusammenhang mit der Rosenlinie, die aus einer Verbindung Maria Magdalenas und Jesus Christus' entstanden sein soll. Auch scheinen Zusammenhänge zu den Templern und den Freimaurern zu bestehen, ebenso wie zu den Jesuiten und somit letztendlich zu Adam Weishaupts "Alten Illuminierten Sehern von Bayern.

Eine andere Theorie, die u.A. R.A. Wilson zu vertreten scheint, ist, dass die Rosenkreuzer Sexualmagie betreiben, denn das Kreuz und die Rose seien - zumindest in dieser Kombination - eindeutige sexualmagische Symbole. Wenn man das Kreuz als Symbol des Todes und die Rose als Symbol der Liebe bzw. des Sex betrachtet kann es so gesehen auch ein verweis auf die Illuminaten von Thanateros sein.

Was passieren könnte, wenn man sich als Uneingeweihter zu sehr mit rosenkreuzerischer Philosophie befasst, schildert Umberto Eco in seinem Roman Das Foucaultsche Pendel.

GeschichteBearbeiten

Rosenkreuzer-ManifesteBearbeiten

Fama FraternitatisBearbeiten

Die nachweisbare Geschichte der Rosenkreuzer beginnt 1614, im Vorabend des Dreißigjährigen Krieges, mit der Veröffentlichung von "Fama Fraternitatis oder Entdeckung der Bruderschaft des löblichen Ordens des R.C. an die Häupter, Stände und Gelehrten in Europa" (kurz Fama). Das Buch wird im Kassel vom Verleger Wilhelm Wessel gedruckt. Die Schrift erschien anonym, als Verfasser, wie bei den anderen Rosenkreuzermanifesten auch, gilt der Tübinger Theologe Johann Valentin Andreä. Obwohl in der Fama behauptet wird, das Buch sei gleichzeitig in fünf Sprachen erschienen, gibt es für Übersetzungen aus dem Deutschen keinen Beleg

Die Fama Fraternitatis rief zu einer allgemeinen Reformation des Lebens und der Wissenschaft auf. Sie schildert die grobe Biographie des Vaters der R.C. Frater C.R.C., dessen Name, wie auch der Name aller anderen Mitglieder der Ordens des R.C., sowohl in der Fama als auch in der Confessio nie ausgeschrieben werden und erst durch die Cymische Hochzeit als Christian Rosencreutz bekannt wird. Darüber hinaus wir das Auffindung des Grabes von C.R.C. nach 120 Jahren sehr detailiert geschildert.

Die Fama kündigt das baldige erscheinen der Confessio an.

Beigelegt an die erste Fama war auch eine Antwort eines Adam Haselmayer von 1612, welcher sich auf die Fama bezieht, weshalb einige davon ausgehen das die Fama schon zuvor als Manuskript kursierte. Andere hingegen halten die Antwort Haselmayers, wie schon die angeblichen Übersetzungen der Fama, für eine Erfindung des anonymen Autors. Haselmayer soll sich, laut dem Bericht, durch seine Antwort den Zorn der Jesuiten zugezogen haben und gefangengesetzt und an eine Galeere geschmiedet worden sein.

Confessio FraternitatisBearbeiten

1615 erschien das zweite Buch, welches Andreä zugeschrieben wird, in Frankfurt: "Confessio Fraternitatis R. C. ad Eruditos Europae", welches den Zustand der Philosophie als "ganz krank und mangelhaft" angriff und die Standpunkte der Bruderschaft darstellt. Es wird die "Öffnung und Mehrung der Bruderschaft" gefordert, so dass auch die "Nicht-Gelehrten" Zugang erhielten und der Kampf gegen das in Deutschland bereits enthronte Papsttum sollte zu Ende geführt werden. Vor dem Ende der Welt soll Gott der Welt nochmal eine solche "Wahrheit, Licht, Leben und Herrlichkeit widerfahren" lassen, wie im Paradies. Gott hätte Zeichen diesen Umwälzungen gesandt in Form von neuen Sternen in den Sternbildern Schlange und Schwan.

Die Bedeutung der Bibel als Heiliger Schrift wird betont, wobei mehrfach bezug zur Johannesoffenbarung genommen wird. Eindringlicher als zuvor die Fama warnt die Confessio Diejenigen, welche sich nur für das Goldmachen interessieren.

Chymische Hochzeit Christiani Rosenkreuz: Anno 1459Bearbeiten

1616 wurde die letzte der drei Schriften in Straßburg herausgegeben: "Chymische Hochzeit: Christiani Rosencreutz Anno 1459", welche sich in Ausmaß und Inhalt stark von seinen beiden Vorgängerschiften unterscheidet. Es stellt einen mit allerlei Symbolismen gespickten Bericht über sieben Tage von Christian Rosencreutz dar, in denen dieser an einer chymischen Hochzeit teilnimmt, in deren Verlauf ein Königspaar zunächst geköpft und dann auf alchemischen Weg, in einer sehr mythisch bildhaften Beschreibung, wieder hergestellt wird.

Viel mehr noch als jede der Vorgängerschriften, reizt die Chymesche Hochzeit zu Spekulationen was die einzelnen Symbolismen bedeuten sollen, was natürlich um so schwerer ist, wenn der Leser nich mit Alchemie, Hermetik u.s.w. der Renaissance vertraut ist.

Oft wird die Vermutung geäußert die Sieben Tage ständen für einen Initiationsweg oder eine Einweiung. Das der Bericht vor Ostern spielt, wird als andeutung auf die Widerauferstehung des königlichen Paares gesehen.

Es wird auch vermutet, das die Hochzeit auf die Hochzeit des Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz, damals bedeutenster protestantischer Fürst, und von Elisabeth Stuart, welche die Tochter von Jakob I. von England, seinerseits Oberhaupt der anglikanischen Kirche, war, im Jahr 1613 anspielt, welche damals große Hoffnungsträger für die protestantische Welt darstellten.

Zusammengefasste RosenkreuzerlegendeBearbeiten

Als der Begründer der Rosenkreuzer gilt die legendäre Gestalt des Christian Rosencreutz, der von 1378 bis 1484 gelebt haben soll. Der angeblich adlige Rosencreutz soll auf einer Pilgerreise zum Heiligen Grab in die Weisheit und Naturerkenntnisse der Araber eingeweiht worden sein. Er kehrte über Ägypten und Spanien nach Deutschland zurück. Dort gründete er mit 7 vertrauten Freunden die nach ihm benannte Bruderschaft, welche die Kirche zum Urchristentum zurückführen und für die Wohlfahrt von Staat und Gesellschaft wirken sollte.

Mit seinen Adepten soll sich Rosencreutz in der Kunst des Goldmachens geübt haben. Desweiteren soll er ein besonderes Weisheitsbuch verfasst haben.

Daraufhin sollten die Rosenkreuzer hundert Jahrelang im verborgenen arbeiten, bis ein Bruder der dritten Generation nach Rosencreutz' Tod eine verborgene Tür im "Bruderhaus zum Heiligen Geist" entdecken sollte, auf der zu lesen war "post CXX annos patebo" ("Nach 120 Jahren werde ich offenstehen"). Hinter dieser Tür soll er den vollkommen unversehrten Leichnam von Christian Rosencreutz gefunden haben.

Rechnet man die 120 Jahre zu dem Todesjahr des hundertsechsjährigen Rosencreutz, 1484, so erhält man das Jahr 1604, welches kurz vor dem Auftauchen der drei Rosenkreuzer-Manifeste liegt, welche die legendäre Geschichte der Rosenkreuzer bis hier hin schildern.

Die wahren RosenkreuzerBearbeiten

Es folgten weitere Schriften aus dem Freundeskreis Andreäs, weshalb dieser heute oft als die ersten wahren Rosenkreuzer betrachtet wird. Es wird vermutet, dass sich der Begriff Rosenkreuzer aus dem Familienwappen Andreäs ableitet welches ein Andräaskreuz und vier Rosen enthielt, auch der Siegelring von Martin Luther bestand aus einem Kreuz in einem Herz in einer Rose. Vertretenes Ziel dieser Gruppe war die General-Reformation (NWO?). Man verfolgte humanitäre Zwecke und die Verbesserung der Welt durch Vereinigung von Wissenschaft (bzw. was man dafür hielt) und Religion. Gott, Weltall und belebte Natur wurden als identisch betrachtet. Die Eigenbezeichnung für diese Philosophie war Pansophie, diese war deutlich vom Protestanten Johann Arndt (1555-1621) beeinflusst und wandte sich gegen ein dogmatisches Christentum zu einem Christentum des Herzens und der Tat.

Diese Rosenkreuzer waren eindeutig protestantisch, wobei Einflüsse aus der Hermetik, Kabbalah und Gnosis existierten, und wollten die Reformation mit neuen Mitteln und auf anderen Gebieten fortsetzen. Sie verpflichteten sich zur strengen Sittlichkeit und der Nächstenliebe, wobei sie besonders den Stellenwert der Krankenpflege hervorhoben, während sie den weltlichen Ehren entsagten. Der Papst wird mit Mohammed gleichgesetzt und der Niedergang der katholischen Kirche angekündigt.

17. JahrhundertBearbeiten

Während mit der Veröffentlichung der Rosenkreuzer-Manifeste eine regelrechte Flut von Antwort-Büchern, sowohl von Sympathisanten, welche Kontakt zu den Rosenkreuzern erbaten, als auch von Gegner, welche die Rosenkreuzer als Ketzer betrachteten, aufkam, so wurde es im Verlauf der Dreißigjährigen Krieges still um sie.

Nur vereinzelt traten einige angebliche Rosenkreuzer in Erscheinung, wobei es natürlich unklar ist ob es sich dabei um wirkliche Rosenkreuzer oder Betrüger handelte. (vgl. Adept (Alchemie))

Viele Forscher halten die Existenz eines wahren Rosenkreuzer-Bundes in Gestalt einer organisierten Initiationsgemeinschaft in dieser Zeit aus Mangel an Quellen für unwahrscheinlich. Rosenkreuzer-Gläubige kann dies natürlich nicht verunsichern, schließlich ist es das Wesen eine Geheimbundes geheim zu bleiben und grade im 17. Jahrhundert, welches von Religionskriegen und Hexenverfolgung geprägt war, bestand mehr den je Grund zur Geheimhaltung, wenn die Rosenkreuzer ketzerisches Gedankengut vertraten, was natürlich Spekulation ist.

Bis heute ist wohl kaum ein großen Geist der damaligen Zeit nicht in den Verdacht geraten ein Rosenkreuzer zu sein. Einige Spekulationen sehen die Rosenkreuzer als identisch mit den ersten Freimaurer-Logen, andere wieder bringen die Ursprünge der Royal Society, einer bis heute bedeutenden englischen Gelehrtengesellschaft, mit den Rosenkreuzern in Verbindung.

18. JahrhundertBearbeiten

Während es im 17. Jahrhundert kaum ein Zeichen eines einzigen Rosenkreuzer-Bundes gab, so explodierte ihre Zahl im 18. Jahrhundert, parallel zur Entwicklung der Freimaurerei und anderen Geheimbünden, wobei es natürlich zu starken gegenseitigen Beeinflussungen kam. Neben wahren Rosenkreuzern entstanden so viele andere die sich der Magie, Astrologie, Alchemie und dem Spiritismus widmeten und darauf ihr spekulatives Weltbild aufbauten, wobei natürlich alle für sich in anspruch nahmen wahre Rosenkreuzer zu sein und ihre Entstehung weit in die Vergangenheit zurückdatierten.

Gold- und RosenkreuzerordenBearbeiten

Eine jener zweifelhaften Verbindungen war der Gold- und Rosenkreuzerorden der seine Blüte in den Jahren 1756 bis 1787 in Preußen hatte. Diesem Orden wird ein großer Einfluss auf die preußische Politik unter Friedrich Wilhelm II. zugeschrieben. Heute liegen Ziele, Wirken und Organisation des Ordens großteils im Dunkeln.

Es wird zum Teil spekuliert das er von den Jesuiten unterwandert war, welche nach ihrem vorübergehenden Verbot durch den Papst Schutz im protestantischen Ausland suchten. Besonders tat sich der Orden, neben den ehemaligen Jesuiten, bei der Bekämpfung des Illuminatenordens hervor.

Der Orden verschrieb sich der Magie und glaubte an geheime Naturkräfte und Geisterbeschwörung. Soweit bekannt war seine Organisation ausgesprochen elitär.

siehe auchBearbeiten

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