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Die theosophische Loge "Zum blauen Stern" wurde 1891 in Prag gegründet und ihr gehörten etwa 10 Personen an.

Die Gruppe, unter dem Vorsitz von Karel Weinfurter, traf sich regelmäßig in einem Prager Café oder der Wohnung des Schriftstellers Gustav Meyrink. Durch magische Experimente versuchte die Gruppe einen höheren Bewusstseinszustand zu erreichen.

So legte sich die Gruppe etwa für 2 1/2 Jahre strikter asketischer Zwänge, wie den Verzicht auf Fleisch, Alkohol und anderer weltlicher Freuden, auf und studierte Werke des Freimaurers J.B. Kerning (eigentlich Johann Baptist Krebs), allerdings ohne das gewünschte Ziel zu erreichen.

Weitere Experimente befassten sich mit Atemübungen, auf der Grundlage von Rama Prasads "Die feineren Naturkräfte und Die Wissenschaft des Atems", und tantrischen Techniken. Auch hier blieben Erfolge aus.

Durch den Kontakt mit einem 80jährigen nord-englischen Magier, welcher die Zeitschrift "The Magic Mirror" herausgab, konnte die Gruppe mit Konzentrationsübungen erfolge erzielen, welche die Beschwörung einer "spirituellen Bruderschaft" betraf die als Symbol den Polarstern benutze. Auf Anweisung der theosophischen Gesellschaft in Wien mussten sie diese Versuche allerdings einstellen.

Meyrink behauptet durch Yoga in telepathischen Kontakt mit einem indischen Maharishi gelangt zu sein, dennoch zeigte auch er sich von vielen seiner okkulten Experimente enttäuscht.

Drei Mitglieder Gruppe sollen sich der Esoteric Section von Anni Besants Theosophischer Gesellschaft in London angegeschlossen haben, nur um von den dortigen Praktiken ebenfalls enttäuscht zu werden.

Einem "Herr R." soll es schließlich gelungen sein durch "eine Praxis der Einbildungskraft" sich mit einem eingebildeten Messer in die Hand zu schneiden oder sich an einer eingebildeten Kerze zu verbrennen. Doch dessen Euphorie wurde wieder jäh von der Wiener Loge beendet, welche kurz darauf selbst behauptete den so lange erwarten magischen Meister gefunden zu haben, woraufhin die Prager Okkultisten nach Wien eilten.

Die Lehre dieses neuen Meisters, welcher ursprünglich Weber gewesen sein soll, stellte sich letztendlich als vollständig christlich heraus und verbot jede Form der praktischen Magie. Er behauptete in die wahre Rosenkreuzerei eingeweiht worden zu sein. Unter seinen Schülern befand sich u.a. Franz Hartmann, welcher später zu den Gründern des Ordo Templi Orientis gehörte. Die Mitglieder der Loge "Zum blauen Stern" waren wieder einmal entäuscht worden.

QuelleBearbeiten

  • James Webb: Das Zeitalter des Irrationalen (S. 36-41)
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